Auf dem Weg zu einer Pfarrei

Der biblisch begründete Auftrag der Verantwortungs-gemeinschaft Auerbach, Falkenstein und Reichenbach

 

 

 Habt Vertrauen, Jesus sagt: „Ich bin der Weg.“

 

(Mk 6, 47-51 / Joh 14,5-7)

 

 

 

1. Gottes Wort an uns

 Unser biblisches Leitwort setzt sich aus zwei Bibelstellen zusammen:

 

a) Mk 6,47-51 

 Als es Abend wurde, war das Boot mitten auf dem See, er aber war allein an Land. Und er sah, wie sie sich beim Rudern abmühten, denn sie hatten Gegenwind. In der vierten Nachtwache kam er zu ihnen; er ging auf dem See, wollte aber an ihnen vorübergehen. Als sie ihn über den See gehen sahen, meinten sie, es sei ein Gespenst, und schrien auf. Alle sahen ihn und erschraken. Doch er begann mit ihnen zu reden und sagte: Habt Vertrauen, ich bin es; fürchtet euch nicht! Dann stieg er zu ihnen ins Boot und der Wind legte sich. Sie aber waren bestürzt und fassungslos.

 

Der Verweis auf die Abendstunde macht deutlich, dass schon ganz viele Erlebnisse und Erfahrungen des Tages hinter den Jüngern liegen. Jesus sieht ihr Mühen. Auch wir kennen in unseren Gemeinden scheinbar erfolgloses Mühen. Wie den Jüngern schlägt uns als Christen heute viel Gegenwind entgegen. Wohl im Morgengrauen kommt Jesus. In der Zeit dazwischen das treue Weiterrudern! Jesus ging auf dem Wasser. Das ist unmöglich, irrational, unglaublich und gegen jedes naturwissenschaftliche Wissen. Als die Jünger ihn über den See kommen sahen, meinten sie, es sei ein Gespenst, und schrien auf. Sie rechnen nicht mit Jesus, denn es kann ja niemand über das Wasser gehen. Wie oft machen wir aus einer Realität, die wir nicht begreifen können, ein Gespenst? Wie kann man die Begegnung mit Jesus in solchen „unverständlichen“ Situationen ermöglichen? Jesus spricht sie an, macht ihnen Mut: „Habt Vertrauen, ich bin es, fürchtet euch nicht“. Auch uns ruft er das zu, wenn wir kein Vertrauen haben und uns fürchten. Dann stieg er zu ihnen ins Boot und der Wind legte sich. Wenn man Jesus ins Boot holt, kann man auch den Gegenwind meistern. Jesus ist im Boot der Kirche, aber oft nehmen wir es nicht wahr und sehen ihn nicht. Wenn wir an seine Gegenwart glauben, zu ihm beten, mit ihm rechnen; dann können wir Vieles bewältigen. Trotz dieser starken Erfahrung waren die Jünger immer noch bestürzt und fassungslos. In wie vielen Situationen kennen auch wir diese Stimmungslage.

 

b) Joh 14,4-7

Und wohin ich gehe - den Weg dorthin kennt ihr. Thomas sagte zu ihm: Herr, wir wissen nicht, wohin du gehst. Wie können wir dann den Weg kennen? Jesus sagte zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater außer durch mich. Wenn ihr mich erkannt habt, werdet ihr auch meinen Vater erkennen. Schon jetzt kennt ihr ihn und habt ihn gesehen.

 

Dieser Text steht in den sogenannten Abschiedsworten im Abendmahlssaal. Jesus hat seinen nahen Tod vor Augen und vertraut seinen Jüngern wichtige Dinge an. Diese Situation verunsichert die Apostel. Ihnen kommen viele Fragen. Thomas spricht es aus: „Wir wissen nicht…Wie können wir dann den Weg kennen?“  Auch wir wissen Vieles nicht, können nicht abschätzen wohin es geht. Normalerweise orientieren wir uns durch Wegweiser, Karte, Navi oder einen, der vorne weg geht und uns den Weg zeigt. Oft sind Lebenswege vergleichbar mit einem Pfad über eine Wiese, der nicht erkennbar ist oder wie verwehte Spuren im Tiefschnee. Erst wenn ein Ortskundiger vorausgeht und den Weg zeigt, kommen wir sicher ans Ziel.

 

Jesus ist der Ortskundige, der den Weg kennt, der selbst der Weg ist. Wenn wir ihm folgen, werden wir sicher ans Ziel – das ewige Leben – kommen! Die Jünger merken, dass die Wahrheit größer ist als das, was sie selber erkennen können. Das abschließende Wort Jesu, „niemand kommt zum Vater, außer durch mich“, ermutigt uns, Jesus als den Weg anzunehmen, der zu Gott führt! Ebenso können auch wir Kundschafter und Wegweiser sein, die Wege erkennen und andere mitnehmen.

                 

              2. Unsere Situation

Wir leben im ländlichen Raum mit weiten Wegen als christliche Minderheit in der Diaspora. Vor allem jüngere Leute wandern ab. Der Anteil der älteren Bevölkerung steigt. Bezeichnend für diese Situation ist, dass in der Region Krankenhäuser und Pflegeheime sehr ausgelastet sind.

 

In unseren Gemeinden erleben wir wenig Jugendliche, wenig Aktive und viele Senioren. Mit uns unterwegs sind lebendige evangelische Gemeinden mit Kindergärten, Grundschulen, Diakonischen Einrichtungen und Aktivitäten, wie z.B. der Brotkorb in einigen Städten und das Kaffee B in Klingenthal oder Leuchtturm e.V. in Reichenbach.

 

Das Gemeindeleben vor Ort prägen Aktivitäten der Kinderpastoral wie z.B. RKW, Krippenspiel und Sternsinger. Regelmäßig treffen sich auch die kleinen Jugendgruppen, Familienkreise und die Senioren. Dankbar sind wir für die Kirchenmusik (den Reichenbacher Projektchor, den Klingenthaler Chor oder den gemeinsamen Chor von Auerbach und Falkenstein). Die ökumenische Zusammenarbeit ist für uns wie eine Tür zum Weltdienst. So gestalten wir gemeinsame Bibelwochen, Weltgebetstage der Frauen, Jugendkreuzwege, Martinsfeiern und andere ökumenische Gottesdienstformen auch im öffentlichen Raum, wie beispielsweise beim traditionellen Pyramidenanschub. Neben den mehrheitlich evangelisch getragenen Sozialeinrichtungen im Vogtland gibt es vereinzelt Caritasgruppen, die vor Ort in unterschiedlicher Weise aktiv sind.

 

Ganz besonders wichtig ist uns ein lebendiges Gemeindeleben und Seelsorge vor Ort und gleichzeitig ist das Zusammenwachsen mit den Teilgemeinden zu fördern. Neben der Würdigung von Lebensleistungen gestandener Gemeindemitglieder kommt es auch darauf an, neue Wege zu gehen. Im Blick auf die Menschen um uns herum geht es auch um eine positive Darstellung und Außenwirkung von Kirche vor Ort.

 

3. Unser Auftrag

Auch wenn wir schon viel erlebt haben, es manchmal dunkel erscheint, wir Gegenwind oder Sturm erleben, wir dürfen mit der Gegenwart Jesu rechnen und müssen auf ihn vertrauen.

 

Bei all den vielen Wegen und Möglichkeiten, wissen wir oft nicht, wo es lang geht oder wie es weitergehen soll. Wenn wir uns an Jesus halten, dann finden wir den richtigen Weg.

 

Wenn wir Jesus – dem Weg – folgen wollen, müssen wir uns fragen: Wo ging Jesus hin?

Er ging an die Ränder, zu den Armen, Kranken, Alten, Sündern, Bedürftigen – zu denen, die den Arzt brauchen…

Perspektivisch sehen wir als wichtige Aufgaben:

- noch intensiver den Kontakt zu Jesus zu pflegen – jede/r für sich und wir als Gemeinden vor Ort und in der neuen Pfarrei,

- offen zu sein für die Menschen um uns herum, besonders für sozial Benachteiligte und aktiv auf sie zuzugehen,

- und in den kommunalen Bereich hinein präsenter zu werden;

- dafür ist es notwendig, Ängste abzubauen und mehr auf Jesus zu vertrauen;

- in unseren Gemeinden kann uns helfen, Potentiale und Begabungen zu entdecken und zu fördern,

- mutig bisher ungewohnte Gottesdienstformen zu etablieren, (z.B. Taizégebete, Lobpreis, ökumenische Formen, Bibelkreise, Morgen/Abendgebete/Andachten vor Ort in kleinen Gruppen…)

- und besonderes Augenmerk auf Familien- und Kinderseelsorge zu richten,

- sowie die vielen Senioren nicht aus dem Blick zu verlieren.

 

Von den Pfarrgemeinderäten Auerbach, Falkenstein und Reichenbach am 26.10.2019 abgestimmer Entwurf zum biblisch begründeten Auftrag der Verantwortungsgemeinschaft Göltzschtal. Bildquelle: R. Blechschmidt „Brannte uns nicht das Herz...“ Acryl /2018 

 

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Biblisch begründeter Auftrag der VG Auerbach, Falkenstein und Reichenbach
Von den PGRs abgestimmter Entwurf zum biblisch begründeten Auftrag der VG zum Download
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Gemeinsamer Pfarrbrief der Gemeinden Auerbach und Falkenstein
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